Aktionen
Deutsch
 

Kein Quds-Marsch in Berlin!

Auch in diesem Jahr unterstützt das Mideast Freedom Forum Berlin die Proteste gegen den so genannten "Quds-Tag".


Jedes Jahr am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan marschieren radikale Islamist/innen und Anhänger/innen der Diktatur im Iran durch Berlin und rufen zum Kampf gegen Israel auf. Sie wollen „al Quds“ (Quds ist der arabische Name für Jerusalem) erobern und den jüdischen Staat vernichten.

Wir halten es für unerträglich, dass es möglich ist, mitten in Berlin zur Zerstörung der größten jüdischen Gemeinschaft dieser Welt aufzurufen: Israel. Wir demonstrieren für Solidarität mit Israel und protestieren gegen jede Form von antisemitischer und islamistischer Propaganda in Berlin.

Der „Quds-Tag“ wurde 1979 vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini als politischer Kampftag etabliert, an dem weltweit für die Vernichtung Israels geworben wird. Der Quds-Marsch in Berlin ist quasi der Lautsprecher der islamistischen Diktatur im Iran auf dem Kudamm. Es demonstrieren Antisemit/innen verschiedener Spektren, darunter Anhänger/innen der Terror-Organisation Hisbollah, der iranischen Revolutionsgarden, des Islamischen Zentrums Hamburg, Funktionäre der „Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands“ (IGS) sowie palästinensischer Terror-Organisationen. Unter dem Vorwand, die Rechte von Palästinenser/innen zu vertreten, wird ein radikales Islamverständnis und Homophobie propagiert, werden antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet, und eine aggressive Kampfbereitschaft gegen den Westen demonstriert.

Gegen die vom iranischen Regime aus gesteuerte Propaganda setzen wir unsere Solidarität mit allen Demokratinnen und Demokraten aus der Region: mit den Oppositionellen im Iran und im Exil, mit den Homosexuellen und den Frauen, die für ihre Freiheit und gegen den Schleierzwang kämpfen, mit kurdischen und yesidischen Organisationen, die in der Region unter der aggressiven Außenpolitik des Iran leiden.

Deutschland muss dem Beispiel der Niederlande und Großbritanniens folgen: Für ein Verbot der gesamten Hisbollah!
Gemeinsam gegen Islamismus, Antisemitismus und Antizionismus!
Solidarität mit Israel und mit der demokratischen Opposition im Iran!
Für Freiheit und Demokratie im Iran!

Samstag, 1. Juni 2019, 15 Uhr
George-Grosz-Platz (Schlüterstr./Kurfürstendamm),
Berlin-Charlottenburg

 

Initiativkreis:• Amadeu Antonio Stiftung• American Jewish Committee Berlin• DGB Berlin-Brandenburg• Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin-Brandenburg • Green Party of Iran • haOlam. de / ADC Bildungswerk e.V. • IIBSA – International Institute for Education and Research on Antisemitism• Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus• Jüdische Gemeinde zu Berlin• Junges Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft • Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg• Kurdische Gemeinde Deutschland• Mideast Freedom Forum Berlin• STOP THE BOMB Kampagne• WerteInitiative. jüdisch-deutsche Positionen

 

 

Im Folgenden dokumentieren wir das Presseecho auf die Proteste und die im Rahmen der Veranstaltung gehaltenen Reden.

  •  Mike Delberg - Bündnis gegen den Quds-Marsch: Begrüßung
  • Arne Herz (stellvertretender Bezirksbürgermeister Charlottenburg-Wilmersdorf)
  • Fathiyeh Naghibzadeh(Mideast Freedom Forum Berlin)
  • Petra Pau (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, DIE LINKE)
  • Andreas Geisel (Senator für Inneres und Sport in Berlin, SPD)
  • Dr. Felix Klein (Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus)
  • Bijan Djir-Sarai (MdB, FDP)
  • Jeremy Issacharoff (Botschafter des Staates Israel in Deutschland)
  • Richard Grenell (Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland)
  • Ali Ertan Toprak (Kurdische Gemeinde Deutschland)
  • Burkard Dregger(Vorsitzender der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin)
  • Pazit Schraga (Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus)
  • Ulrich Keßler (Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg)
  • Gideon Joffe (Jüdische Gemeinde zu Berlin)
  • Maya Zehden (Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin-Brandenburg)
  • Ricarda Lang (Bundessprecherin GRÜNE JUGEND)

 

 

Rede von Mike Delberg - Begrüßung

Rede von Arne Herz Stellvertretender Bezirksbürgermeister von Berlin-Charlottenburg

Rede von Fathiyeh Naghibzadeh

Rede von Petra Pau

Rede von Andreas Geisel, Innensenator Berlin

Rede von Dr. Felix Klein

Rede von Bijan Djir-Sarai

Rede von Jeremy Issacharoff, Botschafter des Staates Israel in Deutschland

Rede von Richard Grenell, Botschafter der USA in Deutschland

Rede von Ali Ertan Toprak , Kurdische Gemeinde in Deutschland

Rede von Burkard Dregger

Rede von Ulrich Kessler, LSVD Berlin-Brandenburg

Rede von Gideon Joffe

Rede von Maya Zehden

Rede von Ricarda Lang, Bundessprecherin Grüne Jugend

Politische Auswertung des Al-Quds Tages

Das mediale Echo fiel weitaus größer aus als in den Vorjahren, trotz Nahles-Rücktritt und Europawahl in unmittelbarer Umgebung des Quds-Tages. Der Medientenor war durchgängig positiv und selbst politisch fragwürdige Einlassungen wie die Kleber-Anmoderation nahmen es sich nicht heraus, das grundlegende Anliegen der Gegendemonstration(en) in Frage zu stellen.

Das Thema konnte effektiv im öffentlichen Diskurs platziert werden und als hegemoniale Deutung zumindest eindeutig etabliert werden, dass der Quds-Marsch Antisemitismus bedeutet. Unter den auflagenstärksten deutschen Tageszeitungen berichtete einzig das Handelsblatt nicht über die Demonstration, alle anderen (inklusive der Süddeutschen Zeitung) akzeptierten die Darstellung des Marschs als antisemitischer Hass-Demonstration, die zumindest ein Einschreiten der Zivilgesellschaft notwendig macht. Die gleiche Einmütigkeit herrscht auf Seiten der Parteien, sodass es relativ schwierig sein wird, diese Interpretation wieder zurückzunehmen und diese Grundlagen immerhin etwas darstellen, worauf man in den nächsten Jahren aufbauen können wird. Das Echo der Parteien nach dem Tag verblieb verhalten, nur CDU und FDP posteten noch einmal separat auf ihren jeweiligen Webseiten, es gibt allerdings aus keinem politischen Lager irgendeine Gegenrede gegen den Anti-Al-Quds-Protest als solchen. Die geringste Resonanz kam aus dem Lager der Grünen, was allerdings an mangelnder Kommunikation seitens des Bündnisses gelegen haben kann, sodass die Nichteinladung eines/einer Repräsentant*in aus dem Landesverband dazu beigetragen haben könnte, dass es keine offiziellen Statements aus der Partei als solcher gibt. Partiell wurde Geisels Forderung nach einem Hisbollah-Verbot aufgegriffen, auch die Verknüpfung des Quds-Tages mit der Hisbollah und Terrorismus allgemein fand häufige Erwähnung.

Medien (Auswahl)

Deutschlandfunk Kultur: Aufrufe zur Zerstörung Israels in Berlin sind "unerträglich" (1.6.2019)

arte: Al-Quds-Tag in Berlin: Demo trifft auf Gegendemo (1.6.2019)

tagesschau: Proteste gegen Al-Kuds-Marsch in Berlin (1.6.2019)

ZDF: Heute Journal (1.6.2019)

Jüdische Rundschau: Antisemitische „Al Quds“-Demo marschiert über den Kurfürstendamm (6.6.2019)

hpd: Kazem Moussavi: Der antisemitische Quds-Marsch - eine Gefahr für die Sicherheit Deutschlands (3.6.2019)

Jerusalem Post:
Angela Merkel allows Al-Quds Day march amid rising Jew-hatred (2.6.2019)

Domradio: Heftiger Protest gegen Al Quds Tag (2.6.2019)

BZ:
Es ist wichtig, als Gegenpol auf die Straße zu gehen (2.6.2019)

Frankfurter Rundschau: Protest gegen Israelfeinde in Berlin (2.6.2019)

Neues Deutschland: Mit Kippa gegen Islamismus (2.6.2019)

Taz: Al Quds Tag in Berlin: Protest gegen Israelfeinde (2.6.2019)

FAZ:
Anti-Israel-Demonstration ruft lautstarke Proteste hervor (1.6.2019)

BILD: Hunderte zeigen Flagge gegen Judenhass-Demo (1.6.2019)

FAZ: Unerträglicher Antisemitismus. Kommentar von Rainer Herrmann (1.6.2019) 

dw: Germany's anti-Semitism debate raises its head at pro-Palestinian march in Berlin (1.6.2019)

Harzkurier: Umstrittene Al-Quds-Demo in Berlin (1.6.2019)

Times of Israel: Hundreds of anti-Israel protesters, counter-protesters face off in Berlin (01.06.2019)

Berlin Spectator: Al Quds hatred rejected by counter-protesters (1.6.2019)

BR: Innenminister Herrmann verurteilt Al-Quds-Marsch in Berlin (1.6.2019)

Berliner Morgenpost: Al-Quds-Marsch: Berliner Innensenator fordert Verbot der Hisbollah (1.6.2019)

Berliner Morgenpost: Der Al-Quds-Tag ist eine Schande und gehört verboten (1.6.2019)

Berliner Morgenpost: Die City West zeigt klare Kante gegen Antisemitismus (1.6.2019)

Stern: Umstrittene Al-Quds-Demonstration in Berlin (1.6.2019)

Focus: Israel-Gegner und Antisemitismus-Gegner bei Al-Quds-Marsch in Berlin (2.6.2019) 

Westfälische Rundschau: Protest gegen umstrittenen Al-Quds-Marsch (1.6.2019)

RP-Online: 1200 Menschen protestieren gegen Antisemitismus in Berlin (1.6.2019)

Berliner Morgenpost: Hunderte Teilnehmer beim Al-Quds-Marsch in Berlin (1.6.2019)

Deutschlandfunk Kultur: Interview mit Ulrike Becker (MFFB) zum Al-Quds-Marsch in Berlin (1.6.2019)

Haaretz: Pro and anti-Israel Protests Draw Hundreds in Berlin for Quds Day (1.6.2019)

Berliner Morgenpost: Der Al-Quds-Marsch ist eine Schande und gehört verboten! (1.6.2019)

BILD: "Judenhass ist ein Angriff auf uns alle" (1.6.2019)

taz: Al-Kuds-Tag Berlin: Merkwürdige Allianzen (31.5.2019)

Tagesspiegel: Giffey fordert mehr Engagement gegen Antisemitismus (31.5.2019)

Berliner Zeitung: Al Kuds-Marsch in Berlin. Die Clans, die Hisbollah und die schmutzigen Geschäfte (30.05.2019)

Jüdische Allgemeine: Proteste gegen den "Al-Quds-Marsch" (29.5.2019)

Berliner Zeitung: Mehrere Organisationen fordern Verbot des Al-Kuds-Marsches (28.05.2019)