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IS/ISIS, Assad und das iranische Regime. Appeasement und/oder Intervention? – Das Fehlen einer Strategie des Westens im Kampf gegen Islamismus.

Eine Podiumsdiskussion mit Hiwa Bahrami, Repräsentant der Democratic Party of Iranian Kurdistan (PDKI) und Thomas v. der Osten-Sacken (Wadi e.V.)

 

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DieÜbernahme eines riesigen Gebietes in Syrien und Irak durch die Terroristen des so genannten „Islamischen Staates“ (IS) und der Aufbruch immer weiterer Dschihadisten auch aus der westlichen Welt in die umkämpften Gebiete hat die westliche Öffentlichkeit aufgeschreckt: Eine Allianz unter amerikanischer Führung hat nun damit begonnen, die Stellungen des IS in Irak und Syrien aus der Luft zu bekämpfen, die Kurden mit Waffen auszurüsten und bekundet Kämpfer der moderaten Freien Syrischen Armee (FSA) auszubilden.

Zuvor schaute der Westen dem dramatischen Zerfallsprozess in Syrien und im Irak jahrelang meist passiv zu: als Diktator Assad die friedlichen Proteste der Demokratiebewegung 2011 brutal niederschlug; als er mit Hilfe des iranischen Regimes und Waffenlieferungen aus Moskau die moderaten Kräfte und die Zivilbevölkerung bombardierte und syrische Städte mit chemischen Kampfstoffen überzog; als 200.000 Menschen starben, und die Hälfte der syrischen Bevölkerung zu Flüchtlingen wurde; bis IS-Truppen schließlich Mossul eroberten und bis vor die Tore Bagdads rückten. Erst dann begann die hektische Suche nach Bündnispartnern in der Region.

Nun plädieren diverse Kräfte im Westen dafür, den Mitverursacher Iran in die Lösung des Problems IS einzubinden. Dabei wird der destruktive Einfluss des iranischen Regimes schöngezeichnet und unterschätzt: Ohne die Unterstützung aus Teheran hätte Assad seinen Kampf gegen die syrische Bevölkerung nicht führen können. Im Irak diskriminierte der unter iranischem Einfluss stehende Ministerpräsident Maliki die Sunniten und grenzte sie immer weiter aus. Die Obama-Administration ordnete fatalerweise einen Komplettabzug der US-Truppen an und setzte Maliki nichts entgegen, als dieser die sunnitischen Stämme im Irak drangsalierte und in die Arme des IS trieb. Dabei hatte George W. Bush die sunnitischen Stämme Iraks 2006 für den Kampf gegen den Terror gewonnen und Obama einen weitgehend befriedeten Irak hinterlassen.

Mit unseren Referenten, die beide die Situation vor Ort aus jahrelanger Arbeit kennen, wollen wir unter anderem folgende Fragen diskutieren: Welchen Anteil an der Eskalation hat das iranische Regime, das nun als vermeintlicher Verbündeter gegen den IS umworben wird? Welche lokalen und internationalen Faktoren führten vom Aufstand in Syrien zu einem grenzübergreifenden Krieg entlang ethno-religiöser Linien? Kann IS zurück gedrängt und die staatliche Einheit Syriens und Iraks erhalten werden? Wer sind mögliche Bündnispartner für den Westen? Wie ist die Situation in den kurdischen Gebieten und welche Interessen verfolgen die unterschiedlichen Gruppierungen? Und was unternimmt Deutschland gegen die globale Gefahr des Islamismus, sei es in Teheran oder im Irak und Syrien?

Hiwa Bahrami ist Repräsentant der Democratic Party of Iranian Kurdistan (PDKI) in Deutschland und Österreich und reist mehrmals im Jahr in die kurdischen Gebiete des Nahen Ostens.

Thomas v. der Osten-Sacken ist Geschäftsführer der seit über 20 Jahren im Nahen Osten tätigen Hilfsorganisation Wadi e.V.. Außerdem arbeitet er als Publizist und ist Mitherausgeber verschiedener Bücher über die Region. Zuletzt erschien: "Verratene Freiheit - Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens". Über die Umwälzungen im Mittleren Osten und Nordafrika berichtet er auf seinem auf der Website der „Jungle World“ beheimateten Blog „Von Tunis nach Teheran“.

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